Dialekte der deutschen Gemeinschaft in der Slowakei
Ein Projekt von Sprechern der deutschen Mundarten in der Slowakei
Wörterbücher -> Online-WB der Metzenseifner Mundart (2022)

Im Rahmen des Projektes Karpatendeutsche-Mundarten werden hier Dialektwörterbücher vorgestellt.
Derzeit liegt das Mantakische Wörterbuch von Georg Gedeon online vor

Erläuterungen zum Online-Wörterbuch von Georg Gedeon
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Wortverzeichnis
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S
Schaufl f -n pl [ʃaofl] Schaufel {} Eine Schaufel hat eine Tülle zur Befestigung des Stiels.
Schaufloogeleichzang f [ʃaoflʹo:gelaiçtsaƞ] Schaufelabgleichzange {} siehe Abb. Julius Bröstl
Schauflzang f [ʃaofltsaƞ] Schaufelzange {} Zange zum Hantieren mit der Schaufel beim Schmieden
schbáászen [ʃbɒ:sǝn] schweißen {} hier Feuerschweißen. Hierfür werden die zu verschweißenden Teile (z. B. die beiden Teile, die zur Tülle verschweißt werden) weißglühend gemacht, dann im richtigen Moment vor dem Flüssigwerden bzw. Verbrennen des Eisens aus dem Feuer genommen, etwas Quarzsand und Borax darauf gestreut, und sogleich mit dem Handhammer auf dem Speahókn zusammengehämmert. Quarzsand und Borax reduzieren den Schmelzpunkt des Eisens.
Schbanzhóóma m [ʃbantshʊ:mɑ] Schwanzhammer {} ein Fallhammer, bestehend aus Hammerkopf, Help, Help-Lagerbock (Schlagsäulen), Wasserradwelle mit Wellenring mit Nocken, die bei Drehung der Wasserradwelle den Schwanz, das Ende des Helps mit dem Schwanzring, niederdrücken und so den Hammerkopf heben, bis dieser nach Abrutschen des Nockens vom Schwanzring in freiem Fall auf das glühende Schmiedestück auf dem Amboss fällt und es verformt. Der Schwanzhammer war der in Metzenseifen gebräuchliche Hammertyp. Einem anderen Prinzip folgte der Aufwurfhammer, bei dem die Nocken, hier Frösche genannt, vor dem Lagerpunkt des Helps angreifen, um den Hammerkopf zu heben. Neuere Hammerformen sind Lufthammer und Federhammer. Am Schwanzhammer war es laut Aussagen alter Schmiede wegen der besser gedämpften Stöße angenehmer zu arbeiten als etwa am modernen 'harten', aber gut regelbaren Lufthammer.
Schbanzring m [ʃbantsriƞk] Schwanzring {} stählerner Ring am wellenseitigen Ende des Helps, auf den die Nocken des Wellenrings drücken. 8
Schbanzstáán m [ʃbantsʃtɒ: ̃] Schwanzstein {} eine konisch geformte Eisenplatte von ca. 40 x 40 cm Fläche, am vorderen Ende ca. 2 cm, am hinteren (der Welle zugewandten) Ende ca. 8 cm dick, die unter dem Schwanz des Schwanzhammers liegt und als Einstellhilfe für die Einstellung des Aufgangs dient. (Wie geht das?)
Schbengl m [ʃbeƞl] Schwengel (tech.) {} Allgemein eine schwingende oder baumelnde Stange, z. B. Klöppel der Glocke, Hebel ener Schwengelpumpe u.v.a.m. Hier: Die herunterbaumelnde Griffstange an der Steuerstange zum Regulieren des Wasserdurchflusses. Ruf der Schmiede (auch in Deutschland üblich): 'Schbengl übas Help', sinngemäß 'volle Kraft voraus', dann lief der Hammer mit voller Geschwindigkeit. auch →Ziehstang.
Schbootn pl [ʃbo:tn] Untersattel {} Aufnahmebacken für die öntre Póhn, zwischen die die öntre Póhn verkeilt ist. Das Teil wiegt 200 kg. von Agi und Ziegnmelka Löanz. vgl. →Hóómakean
Schirrhókn m Schirrhőkn pl [ʃirhʊ:`n] Schürhaken {} auch →Schüehókn
Schleifstáán m -a pl [ʃlaiʃtɒ:̃] Schleifstein {} Der Schleifstein wurde von einem separaten Wasserrad angetrieben. Er wurde zur Staubvermeidung mit Wasser benetzt, indem dessen unterer Teil in einem bretterumfassten Becken unter dem Stein lief (Bassastáán) (15)
Schlichta m [ʃliçtɑ] Schlichter {} der Schmied, der für die Feinbearbeitung der Oberfläche zuständig war
schlichtn [ʃliç`n] schlichten {} glätten, fein bearbeiten der Oberfläche, die Oberfläche eben und glatt machen
Schlogsäul f -n pl [ʃlo:gsɛœl] Schlagsäule, Helfbock {} Die zwei Schlogsäuln zu beiden Seiten des Helps tragen die Lagerung des Hammers. Jede Schlagsäule besteht aus einem ca. 2-3 m tief in den Boden einbetonierten gusseisernen Träger (früher einem massiven hölzernen Bauwerk von 80 cm im Quadrat), in deren U-förmiger Aufnahmevorrichtung längs, parallel zum Help, zwei Holzbalken und zwischen diesen ein stählerner Balken eingesetzt werden. In den stählernen Balken sind in die dem Help zugewandten Seite drei bis vier kegelförmige Fennachenk eingearbeitet, in die der Lagerzapfen der Helplagerung hineinragt. Das Help ist an seiner Lagerstelle im Drehpunkt vom Boogrink umgeben, von dem zu jeder Seite hin die zwei konischen Lagerzapfen (Zappn) herausragen. Die Balken werden fest verkeilt und so justiert, dass der Aufgang des Hammers und das Querspiel der Helplagerung den Anforderungen entsprechen. Quer über beide Schlagsäulen wird ein eiserner Balken zwecks Querstabilisierung verankert. (5)
Schmiedrechnenk f [ʃmi:dreçn?eƞk] Schmiedeabrechnung {} Die Abrechnung erfolgte zweimal im Jahr, an Johanne (23.6.) und an Michaeli (29.9.). Dieses Ereignis nannte man 'Empfang'. Dem Schmied wurde die abgewogene Menge an Eisen und Kohle berechnet, und für die abgelieferte Ware bekam er einen Stückpreis.
Schmiedstock m [ʃmi:dʃtok] Schmiedstock {} Der Schmiedstock ist der Sockel für den großen Amboss und ist ein dicker Eichenstamm, der ca. 3 m tief in den Boden eingegraben ist. Er fängt die Hammerschläge auf und soll diese dämpfen. Die Dämpfung des Systems einschließlich Schmiedestück soll so sein, dass der Hammerkopf nicht oder nur sehr wenig zurückfedert. (2)
schmirgln [ʃmirgln] schmirgeln {}
Schmíttn f [ʃmɪ`n] Schmiede, Hufschmiede oder Nagelschmiede {}
Schneckenhäundl n [ʃneknhɛœndl] Schneckenhäundl, Schneckenhaue {} eine Art →Hacke, Haue, öst.
Schoat f -n pl [ʃʊɑt] Scharte {} Ausrisse oder Ausbröckelungen in der Schneide eines Werkzeugs. A Schoat kóón men ausbetzen. Eine Scharte kann man auswetzen.
schoateg [ʃʊɑtek] schartig {} mit Scharten versehen
Schőtz m -en pl [ʃøts] Schütz m Schützen pl {} Absperrvorrichtung (i. d. R. ein Brett) zum Absperren des Wassers. Vgl. auch 'Schütz' in der Elektrotechnik, wofür man aber 'das Schütz' sagt.
schőtzen, schötzt, ho geschőtzt [ʃøtsǝn, gǝʹʃøtst] absperren, aufstauen {} (das Wasser) absperren (oschőtzen) oder aufstauen. Teich schőtzen Teich aufstauen. vgl. →Schőtz Schütz
Schróta m - pl, auch Schrőta [ʃrʊ:tɑ, ʃrø:tɑ] Schroter, Schröter {} Werkzeug zum Abtrennen/Abhacken eines Teils oder zum Zerteilen eines Stücks. Eine Bauform ist diese: mit seinem vierkantigen Fuß wird der Schróta mit der Schneide nach oben in das Vierkantloch des kleinen Amboss gesteckt. vgl. Schrot, Schroten, Schrott
schrótn [ʃrʊ:`n] abschroten {} abtrennen
Schüehókn m Schüehőkn pl [ʃyǝhʊ:`n] Schürhaken {} auch →Schirrhókn, eine am Ende umgebogene Stange, dient zum Schüren des Feuers
schüen [ʃyǝn] schüren {} das Feuer ordnen und zugig machen und die Asche beseitigen
Schutt m Schütt pl [ʃut] aufgeschütteter Damm {} der aufgeschüttete Damm am Hammerteich
Séngst f -n pl [zé:ŋst] Sense {kosa} das Anspruchsvollste der Schmiedeprodukte. In Metzenseifen wurden keine Sensen geschmiedet. öst. Sengst
Sítz m [sɪts] Sitz {} Der Arbeitssitz des Schmieds (1)
Speahókn m Speahőkn pl [ʃpéɑhʊ:`n] Sperrhorn, Hornamboss {} ein kleiner Amboss mit zwei an gegenüberliegenden Seiten herausragenden Hörnern. Der Speahókn ist in einen 30 cm tief in den Boden eingegrabenen hölzernen Sockel eingelassen. Der Speahókn dient u.a. zum Ausschmieden und Verschweißen der Tülle und für sonstige kleine Handschmiedearbeiten. (21). Ein deutscher Begriff 'Sperrhaken' hierfür konnte nicht gefunden werden. Das hochdeutsche Wort Sperrhorn für Speahókn lernten wir vom Schmied in der Krellschen Schmiede in Wernigerode.
Spónrink m [ʃpʊ: ̃riƞk] Spanring? {} siehe Abb. Julius Bröstl. Zweck?
Stemmeisen n [ʃtemaizǝn] Stemmeisen {} meißelähnliches Werkzeug zur Holzbearbeitung. Mín Stemmeisen peoabet men Holz. Mit dem Stemmeisen bearbeitet man Holz.
Stempleisen [ʃtemplaizǝn] Stempeleisen {} dient zum Einstempeln des Markenzeichens, siehe Abb. Julius Bröstl
Stemplhóóma m [ʃtemplhʊ:mɑ] Stempelhammer {} dient zum Einstempeln des Markenzeichens, siehe Abb. Julius Bröstl
Stobeisen n [ʃto:bʼaizǝn] Stabeisen {} Halbzeug (Ausgangsmaterial) für die Schmiedestücke (Schaufel, Hacke, Sense o. ä.). Ein ca. 1,5… 2 m langes Stück Vierkant-Stabeisen, ca. 25 kg schwer. Von diesem wurde für das geplante Schmiedestück ein Stück abgehackt, das die richtige Masse hatte. Lieferant: Stahlwerk in Vitkovic
Stobeisenzang f [ʃto:bʼaizentsaƞ] Stabeisenzange {} Zange zum Hantieren mit dem Stobeisen
Stoppn m [ʃto`m] Stopfen {} Stopfen zum Verschließen des Wasserauslaufs im Gerenn, einem kreisrunden Loch im Boden des Gerenns
Stoppn-Steuastang f [ʃto`mʃtɛœɑʃtɑaƞ] Stopfensteuerstange {} Stange zum Betätigen des Stopfens, die in Freie führt und über die Ziehstang betätigt wird. siehe. Skizze von Gedeon Prala
Stübl n Stüblchenk dim [ʃty:bl ʃtyblxeƞk] Stübchen {} abgeteiltes Kämmerchen im Hammer direkt neben der Esse. Darin befanden sich der Plóspalg, Werkzeuge, Material und die erzeugte Ware, auch als Werkstatt benutzt (17)
Salemón [salemʊ: ̃] Salomon auch Beiname
Siegmund, Sikee [zikmund, zike:] Siegmund
Siml [ziml] Simon, Siml
Steffl [ʃtefl] Stefan
Scharolta [ʃarʹoltɑ] Charlotte ung. Sarolta
Sofia [zofiɑ] Sofia
Suse [zu:zǝ] Susi, Susanne
Sauakléé m [zaoaklé:] Sauerklee {} Oxalis acetosella
Sauromt m [zaoromt] Sauerampfer {štiav lúčny} Rumex acetosa. Sauromt wurde auch für Tunke (Soße) zu Rindfleisch verwendet.
Schampión m -nen pl [ʃampiʊ: ̃ ʃampiʊ:nǝn] Champignon, Egerling {} Agaricus sp.
Schléh n -n pl [ʃlé:] Schlehe
Schmandstachl m -n pl [ʃmandʃtaxl] Frühlings-Löwenzahn {púpava} Taraxacum officinale. UM, in OM →Tschintschapöal, auch →Summatöal
Schmole Begpráátplétta pl [ʃmo:lǝ be:gprɑ:tplétɑ] Spitzwegerich {} Plantago lanceolata →Prááte Begpráátplétta
Schnééglöckl n Schnééglöckachenk pl [ʃné:glœkl ʃné:glœkǝxeƞk] Schneeglöckchen {}
Schnitt m [ʃnit] Schnittlauch {}
Schófgoab f -n pl [ʃʊ:fkʊɑb] Schafgarbe {} Achillea millefolium
Seidelbast m [zaidelbast] Seidelbast {} Daphne mezereum. kein speziell mantakischer Name bekannt. Greb [32]: Oberzips Ziegleng
Sella m [selɑ] Sellerie f {zeler) Apium graveolens. Nach [2] Seller m
Silberdistel f [zilbǝrdistl] Silberdistel {} kein speziell mantakischer Name bekannt
Solbei m [zolbai] Salbei, Wiesensalbei {} Salvia pratensis
Sonnenbiëbl m - pl [zonǝnbiǝbl] Sonnenblume {} Helianthus annuus
Sparga m - pl [ʃpargɑ] Spargel {špargľa} Asparagus. ung. spárga, wurde in Ungarn angebaut, in Metzenseifen wenig verbreitet.
Spenót m [ʃpeʹnʊ:t] Spinat {}
Springkraut n [ʃpriƞkraot] Springkraut {} kein speziell mantakischer Name bekannt
Stiefmöttachenk f [ʃti:fmøtɑxeŋk] Stiefmütterchen {} UM, OM →Báásachenk
Stinkmoachl f [ʃtiƞkmʊɑxl] Stinkmorchel {} Phallus impudicus
Strulistrausz m [ʃtruliʃtraos] Flieder {} Syringa vulgaris OM, in UM →Tschüzcharömpl
Summatöal f -n pl [zumɑtøal] Löwenzahn {púpava} Taraxacum offizicinale. UM. s. auch →Schmandstachl und Tschintschapöal. Greb [32]: Summatiedl gdl. und Oberzips, Teer/Töal kommt dabei von Tor = Narr. Andere Deutung: Töal = Törchen zum Sommer
Sáábl f -n pl [zɒ:bl] Säbel m {}
Sáách m [zɒ:c] Seich, Urin {} oberdeutsch
sááchen [zɒ:xǝn] seichen, pinkeln {}
Sááchplós f [zɒ:cplʊ:s] Harnblase {}
Sááf f -en pl [zɒ:f] Seife {}
sáágn [zɒ:ƞ] säugen {}
Saal m Sela pl [za:l ze:lɑ] Saal Säle {}
Sáál n -a pl [zɒ:l] Seil {}
Sáála m [zɒ:lɑ] Seiler {}
Sáám m - pl [zɒ:m] Saum {}
Sáát f -n pl [zɒ:t] Saite {struna}
Sach f -n pl [zax] Sache {}
Sack m Seck pl Seckl dim [zak] Sack {}
Sadelö [sa:delø:] Sadelö {Zádiel} ung. Szadelö. Ort südlich vom slowakischen Karst und Tal im slowakischen Karst
Salámi f [zaʹlɒ:mi:] Salami {} Salami, die sog. Wintersalami, wurde früher auch in Metzenseifen erzeugt, bei Flááscha Johannes (Johann Tomasch} und Flááscha Johann Gedeon. Sie wurde aus Scheinefleisch, Speck und Pferdedarm hergestellt.
Salb f -n pl [zalp zalm] Salbe {}
Salón m - pl [salʊ: ̃] Salon {}
Salónzocka m [salʊ: ̃tsokɑ] Salonzucker {} Ein Weihnachtsbaumschmuck. Ein Stück Zucker oder ein Bonbon wird in ein Stück Seidenpaier gewickelt, in das oben und unten lange Fransen geschnitten wurden, dann wird es in farbiges Stanniolpapier (glänzende Zinnfolie) eingewickelt und an den Enden zugeschnürt.
Salz n [zalts] Salz {}
salzen, salzt, ho / ís gesalzen [zaltsǝn] salzen {} vasalzen versalzen
Salzfooch n [zaltsfo:x] Salzfach, Salzgefäß {} Statt Salzstreuer auf dem Tisch waren früher kleine offene Prozellangefäße für Salz und Pfeffer üblich, aus denen man mit den Fingern eine Prise entnehmen konnte.
Salzstrááa m [zaltsʃtrɒ:ɑ] Salzstreuer {}
Sammet m [zamet] Samt {}
samt [zamt] samt {}
Sandoln pl [zanʹdo:ln] Sandalen {}
sankan, sankast, sei gesankat [zaƞkan] 1 rieseln, tröpfeln, sanft regnen, nieseln, 2 sich eilen, sich füdan {} aus [4]: De Bassareda en da →Biddasteua sein gesankat. Bedeutung 2 von Agi
Sapp m [zap] Fußtritt {}
sappn, sappst, ho gesappt [za`m] treten, sappen, hintreten {} ostfränkisch sappen. dasappn zertreten, doasappn fest hintreten. A bén óf en Fuss sappn jemandem auf den Fuss treten, a bén sappn jemanden treten
Sau f -n pl [zao] Sau {}
saua, a saura, an sauan, säura [zaoɒ, a zaorɒ, an zaoan, zɛœrɑ] sauer, ein saurer, einen sauren, säurer {}
sauba, a saubra, an sauban, säubra [zaobɒ, a zaobrɒ, an zaoban, zɛœbrɑ] sauber, ein saubrer, einen sauberen, säubrer {}
säuban [zɛœban] säubern {}
saufen, säufst, ho gesóffen, sei pesóffen [zaofen, zɛœfst, pǝʹzófǝn] saufen {} sich pesaufen
Säuglenk m - pl [zɛœgl?eƞk] Säugling {}
saugn [zaoƞ] saugen {}
Säul f -n pl [zɛœl] Säule {}
Saum m [zaom] Saum {}
säumen [zɛœmǝn] säumen {} 1 sich Zeit lassen, 2 einen →Saum anbringen
Scháách f -n pl [ʃɒ:x] Scheuche, Vogelscheuche {}
scháán, scháást aus, ho gescháát [ʃɒ: ̃] schauen {}
Scháátl m [ʃɑ:tl] Scheitel {}
Schacht m -n pl [ʃaxt] Schacht {}
Schachtat m [ʃaxtat] Melkeimer, Melkkübel {} ein etwas kleinerer Eimer, mit einer Schnaupe zum ausgießen, der beim Melken zwischen die Knie geklemmt wurde. Früher aus emailliertem Blech.
Schadirattam m [ʃadiʹratam] Schadirattam {} alter Metzenseifner Volkstanz. Mantakischer Fantasiename ohne spezielle Bedeutung
schaffen [ʃafǝn] schaffen {}
Schaft f Scheft pl [ʃaft] Schaft {} →Scheftschuh Stiefel
Schál m [ʃɒ:l] Schal {}
Schand f [ʃand] Schande {}
Schanië n - pl [ʃaʹniǝ] Scharnier {}
Schap m [ʃap] 1 Fabrik, Werkstatt, 2 Job, Arbeitsstelle {} Bedeutung 1 von am. shop, vgl.→Pullmanschap, 2 von am. job. An Schap hobn Arbeit haben
scharrn [ʃʊɑrn] scharren {}
schaufeln [ʃaofln] schaufeln {}
Schaufl f -n pl [ʃaofl] Schaufel {}
Schaum m [ʃaom] Schaum {} →Jísch
Schbáász m [ʃbɒ:s] Schweiß {}
schbáászen [ʃbɒ:sǝn] schweißen {}
schbach schbecha [ʃbax] schwach {}
Schbádla [ʃbɒ:dlɑ] Schwedler {} Ortsname
Schbamm m Schbemm pl Schbemml dim [ʃbam] Schwamm, Pilz {} oberdeutsch. Pilz ungebräuchlich
Schbanz m Schbenz pl [ʃbants] Schwanz {}
schbatz schbetza [ʃbats] schwarz {} auch dunkel
Schbatzkünstla m [ʃbatskynstlɑ] Schwarzkünstler {} Magier, Gaukler
schbea schberra [ʃbéɑ ʃberɑ] schwer schwerer {}
Schbeat n [ʃbéɑt] Schwert {}
Schbebl m [ʃbe:bl] Schwefel {}
schbebn [ʃbe:m] schweben {}
Schbégren f -en pl [ʃbé:grǝn] Schwägerin {}
schbeign, schbeigst, ho geschbiegn [ʃbaiƞ] schweigen {}
Schbeinafláásch n [ʃbainɑflɒ:ʃ] Schweinefleisch {}
Schbeinerei f [ʃbaineʹrai] Schweinerei {}
Schbeintők m [ʃbai ̃tøk] Schweinekürbis {} Futterkürbis für die Schweine. Der große runde orangene wurde nur als Futter benutzt, und auch zum Fratzen schnitzen (ohne dass man den Begriff Halloween kannte)
Schbell f -n pl [ʃbel] Schwelle {} Eisenbahnschwelle ist →Schliper. Türschwelle ist →Tüepl
schbelln, schbellst, sei geschbolln [ʃbeln] schwellen {}
Schbesta f -n pl [ʃbestɑ] Schwester {} →Pruda und Schbesta waren früher übliche Anreden für (ältere) Mitbürger
Schbestakend n -a pl [ʃbestɑkend] Schwesterkind {} Nichte oder Neffe, →Geschbistakend
Schbiega f -n pl [ʃbi:gɑ] Schwiegermutter {} ahd svigar, was auch nur die Schwiegermutter ist. Schwiegervater ahd. svehur. Schbiegamotta weniger gebräuchlich
Schbiegaeldan pl [ʃbi:gɑeldan] Schwiegereltern {}
Schbiegasuhn m [ʃbi:gɑsu: ̃] Schwiegersohn {} →Áán, Ádn
Schbiegatochta f [ʃbi:gɑtoxtɑ] Schwiegertochter {} →Schnüech, rheinfränkisch Schnörch, aber auch bair. Schnorche nach Schmeller [6]
Schbiegavota m [ʃbi:gɑfo:tɑ] Schwiegervater {}
schbiën [ʃbiǝn] eitern {}
schbiëreg [ʃbiǝrek] schwürig, eitrig {} →Geschbië
schbiëreg [ʃbiǝrek] schwierig {} diffizil
schbimmen, schbimmst, sei geschbummen [ʃbimǝn] schwimmen {}
schbítzen [ʃbɪtsǝn] schwitzen {}
Schboam m Schböam pl [ʃbʊɑm] Schwarm {} Pienschboam Bienenschwarm
schböambeis [ʃbøambais] schwarmweise {}
schböan, schböast, ho geschboan [ʃbøan] schwören {}
Schboat f -n pl [ʃbʊɑt] Schwarte {} 1 Haut vom Schwein, →Speckschboat Speckschwarte. 2 das erste und letzte einseitig halbrunde Brett nach dem Zersägen eines Baumstamms in Bretter
Schbób m -n pl [ʃbʊ:b ʃbʊ:m] Schwabe {}
Schbóga m Schőga pl [ʃbʊ:gɑ] Schwager {}
schbül [ʃby:l] schwül {}
Schbung m [ʃpuƞk] Schwung {}
Schbutz [ʃbuts] Dünnschiss {}
schbutzen [ʃbutsǝn] lautmalerisch: etwas Breiiges plötzlich ausstoßen, Dünnschiss machen {}
Schea f -n pl [ʃéɑ] Schere {} Noglschea Nagelschere, Pleechschea Blechschere
Scheab f -n pl [ʃéɑb ʃéɑm] Scherbe {} auch →Schiëb
schean [ʃéɑn] scheren {} Schóf schean Schafe scheren
schéckn, sich [ʃɪ`n] sich schicken, sich beilen {} →sich füdan
Schéfa m - pl [ʃé:fɑ] Schäfer {} auch →Batscha
Scheffl n - pl [ʃefl] Scheffel m {} flaches Gefäß aus Holz, ursprünglich aus Holz ausgeschabt (schaben - schaffen - Scheffel), in Metzenseifen aus →Taufen zusammengesetzt mit einem eisernen Reifen zur Stabilieriserung, mit zwei Löchern in den Dauben als Griffe. auch ein Hohlmaß
scheffln [ʃefln] scheffeln {} scheffelweise zusammentragen. Geld scheffeln
Scheftschuh m - pl [ʃeftʃu:] Schaftschuhe {} Stiefel
Scheib f -n pl [ʃaib ʃaim] 1 Teller, 2 Scheibe {} Bedeutung 1 flache Scheib Essteller, tiefe Scheib Suppenteller, klááne Scheib Frühstücksteller. Das Wort Teller war nicht gebräuchlich. Bedeutung 2 Fenstascheib Fensterscheibe
Scheibl n - pl [ʃaibl] 1 Untertasse, 2 Scheibchen {}
scheidn, scheidest, ho geschiedn [ʃain, gǝʹʃi: ̃] scheiden {} entscheidn entscheiden, ontascheidn unterscheiden
Schein m [ʃai ̃] Schein {}
schein, scheinst, ho geschien [ʃainen gǝʹʃi: ̃] scheinen {} De Sonn hot geschien Die Sonne hat geschienen.
scheinbar [ʃainbar] scheinbar, anscheinend {}
scheiszen, scheiszt, ho geschíssen [ʃaisǝn, gǝʹʃɪsǝn] scheißen {}
Scheit m -a pl [ʃait] Scheit {}
Schél f -a pl [ʃé:l ʃé:lɑ] Schale, Pelle {} →Schélagrulln Pellkartoffeln.
Scheld n -a pl [ʃelt] Schild {}
Scheldkappl f - pl [ʃeltkapl] Schildkappe {}
schelln, schellst, ho geschellt [ʃeln] schellen {} läuten
schelln, schellst, ho gescholtn [ʃeln] schelten {} schimpfen
schéln, schélst, ho geschélt [ʃé:ln] schälen {} ooschéln abschälen.
schémen, sich [ʃé:mǝn] sich schämen {} peschémen beschämen
Schéml n - pl [ʃé:ml] Schemel {}
Schendl f -n pl [ʃendl] Schindel {} aus einem Stück eines Tannen- oder Fichtenholzstamms geeigneter Dicke und Länge abgespaltenes keilförmiges Stück, ca. 400 mm lang und 100 mm breit, an der dicken Seite ca. 30 mm stark. In den dicken Rücken wurde eine Nut eingeschnitten, in die die dünne Seite der benachbarten Schendl gesteckt wurde. Auf dem Dach betrug die Überlappung in Längsrichtung ca. 100 mm. Ca. jede 5. Schendl wurde vernagelt.
Schendldach n [ʃendldax] Schindeldach {}
schenen, schenst, ho geschonen [ʃenǝn] schinden {} ooschenen abschinden
Schenk f -n pl [ʃeƞk] Schänke {} Schenkstubb Schankstube, Schenkhaus Schankhaus
Schenk m - pl [ʃeƞk] Schenk, Wirt {}
Schenkhaus n [ʃeƞkhaos] Schenkhaus, Schänke {} oft gebrauchte Bezeichnung für eine Gaststätte
schenkn [ʃeƞ`n] schenken {}
Schepplöffl m [ʃeplœfl] Schöpflöffel {}
scheppn, scheppst, ho gescheppt [ʃe`m] schöpfen {}
Scherbel n - pl [ʃɛrbl] Nachttopf, Scherben, Scherm {šerbeľ} öst. Nachtscherm. Scherben (Plural von Scherbe f) nennt man nicht nur die Bruchstücke von Kermaik, sondern der Scherben ist auch Fachausdruck für den gebrannten Keramik-Rohling. Oberdeutsch ist ein Scherben auch unbearbeitete einfache Tonware und auch der Nachttopf (öst. Dialekt Scherbn, Scherm, Scheam).
Scheslón m [ʃezʹlʊ: ̃] Chaiselongue {} frz.
Scheua f -n pl [ʃɛœɑ] Scheuer, Scheune {}
Schicht f -n pl [ʃiçt] Schicht {}
schíckn [ʃɪ`n] schicken {}
Schiëb f -n pl Schiëbl dim [ʃiǝp] Schirbe, Scherbe, Scheibchen {črep} aus [2] und [14], Schirbe veraltet. auch →Scheab?
Schieba m [ʃi:bɑ] Schiefer {} aus [21]. Schiebastáán Schieferstein
schiëch [ʃiǝç] schielend {} bairisch
Schiëm m - pl [ʃiǝm] Schirm {}
Schien f -en pl [ʃi: ̃] Schiene {}
Schienpáán n -a pl [ʃi: ̃pɒ: ̃] Schienbein {}
schiët [ʃiǝt] schier, fast {}
Schíff n -a pl [ʃɪf] Schiff {} Loftschíff Luftschiff
Schifoner m [ʃifoʹnɛ:r] Chiffonniere f {} ung. sifonér, frz. chiffonière, ein halbhoher Wäscheschank mit Schubladen
schimpfen [ʃimfǝn] schimpfen {}
Schipl n - pl [ʃipl] Scheibchen, kleine Münze {} von engl. chip?
schissen, scheust, ho geschossen [ʃisǝn] schießen {}
Schisspolva n [ʃispolvɑ] Schießpulver {}
schkalappn [ʃkaʼla`m] laufen {} aus [7]
Schkarupp f -n pl [ʃkaʼrup] eine Art Dachziegel {} Die Schkaruppn waren rot.
Schkot f -n pl Schketl dim [ʃko:t ʃke:tl] Schachtel, Schächtelchen {} aus [8]: Schkotel Schachtel. A Schketl Reipölzl ein Schächtelchen Streichhölzer
schkotzen [ʃkotsǝn] schnell laufen, eilen {} aus [7]
schkráákan (sich) [ʃkrɒ:kan] 1 krächzen, 2 den Schleim aus dem Hals rotzen {} es gibt keine hochdeutsche Entsprechung. vgl. →Schkrááka Eichelhäher
Schkripta f - pl [ʃkriptɑ] Schulheft {} lat., UM, OM →Teka
Schlááf f -en pl [ʃlɒ:f] Schleifspur, Trampelpfad {} aus [4] S. 112
schlááfen [ʃlɒ:fǝn] schleifen {} zeschlááfen zertrampeln, plattmachen
Schlack f -n pl [ʃlak] Schlacke {}
Schlamastik f -en pl [ʃlaʹmastik] Schlamastik {} Schlammassel, unglücklcihe Problemsituation. jiddisch
Schlang f -en pl [ʃlaƞ] Schlange {nad} im Sinne von Warteschlange, Schlange als Tier wurden eher mit →Nóóta bezeichnet
Schlauch m Schläuch pl [ʃlaoç] Schlauch {hadica}
schleckn [ʃle`n] schlecken {}
schléckn [ʃlé`n] schlucken {}
schleecht schleechta [ʃle:çt] 1 schlecht, 2 auch frech, böse {} A schleechta Jung ein frecher Junge, a schleechta Prief ein böser Brief
schléémen [ʃlé:mǝn] schlämmen {} 1 Schlamm aus dem Teich räumen, 2 mit Kalkfarbe streichen
Schléf f -n pl [ʃlé:f] Schläfe {}
schléfan (sich) [ʃlé:fan] schläfrig sein {}
schléfreg [ʃlé:frek] schläfrig {}
Schlégl m - pl [ʃlé:gl] Schlegel {} Da hentre Schlégl vón Schbein
Schleia m - pl [ʃlaiɑ] Schleier {}
schleifen, schleifst, ho geschlíffen [ʃlaifǝn] schleifen {} auch →schlááfen.
schleiszen, schleiszt, ho geschlíssen [ʃlaisǝn] schleißen {} Fedaschleiszen Spalten der Gänsefedern der Länge nach, eine Vorabeit bei der Bettfedernherstellung
schlemm schlemma en schlemmasten [ʃlem] schlimm schlimmer am schlimmsten {}
Schlendrián m [ʃlendriɒ:n] Schlendrian {}
schleudan [ʃlɛœdan] schleudern {}
schlícheg [ʃlɪçek] glatt, sämig {} bezeichnet auch z. B. die etwas schleimige Konsistenz von Graupensuppe, →schlícheg Mehl glattes Mehl
schliewan [ʃi:van] rutschen, schlindern {} bairisch schliefern, gleicher Ursprung wie schleifen
Schlíff m - pl [ʃlɪf] Schliff {}
Schliper m - pl [ʃliper] Eisenbahnschwelle f {podval} aus [2], von am. sleeper
schlissen, schleuszt, ho geschlossen [ʃlisǝn] schließen {}
schlisslich [ʃlisliç] schließlich {}
Schlittn m - pl [ʃli`n] Schlitten, Rodel {} schlittln schlitteln
Schlittschuh m - pl [ʃlitʃu:] Schlittschuh {} Schlittschuh lááfen
Schlítz m - pl [ʃlɪts] Schlitz {}
Schlóf m [ʃlʊ:f] Schlaf {}
schlófen, schléfst, ho geschlófen [ʃlʊ:fǝn] schlafen {}
Schlófstubb f Schlófstubn pl [ʃlʊ:fʃtub ʃlʊ:fʃtu:m] Schlafzimmer {}
Schlog m Schleg pl [ʃlo:g ʃle:g] Schlag, Schläge {} Holzschlog Holzschlag (Areal zum Holzschlagen im Wald}
Schlogbak n -a pl [ʃlo:gbak] Schlagwerk {}
schlogn, schlégst, ho geschlogn [ʃlo:ƞ ʃlé:gst] schlagen {} pescholgn beschlagen
Schlogprőck f -n pl [ʃlo:gprøk] Schlachtbank {}
Schlond m [ʃlond] Schlund {}
Schlóóg f -n pl [ʃlʊ:g] Schlacht, Reihe abgemähtes Gras {} Das Gras wurde zum Trocknen zu Schlóógn zusammengerecht, die von Zeit zu Zeit gewendet wurden. De Schlóógn zestráán Die Grasreihen zerstreuen. Vergleichbare bairische Ausdrücke: Schloog, Schlacht, von schlagen, zusammenschlagen. Gibt es auch ein Wort für „Schwaden“, was eine reihenförmig zusammengerechte (geschwadete) Reihe Gras oder Getreide ist?
Schlóóm m [ʃlʊ:m] Schlamm {}
schlőőtzen [ʃlø:tsǝn] schlötzen {} schlürfen, schlotzen, genussvoll trinken
Schloss n Schlöss an [ʃloss] Schloss {}
Schlossa m [ʃlossɑ] Schlosser {}
Schlössl m - pl [ʃlœsl] Schlüssel {}
Schlösslpáán f -a pl [ʃlœslpɒ: ̃] Schlüsselbein {}
Schlőtaláhm m [ʃlø:tɑlɒ:m] Schlöterlehm {} Art Rohputz, Lehm zum Anstreichen des unteren Randes des Hauses, von dunkelblauer Farbe.
schlüban [ʃly:ban] schlürfen, schlabbern {} Ních schlüba asó Schlürf nicht so.
schlüefen [ʃlyǝfǝn] schlürfen {}
schmausen [ʃmaoz?ǝn] schmausen {}
Schmea n [ʃméɑ] Schmer {} Bauchfett
Schmeapauch m [ʃméɑpaox] Schmerbauch {} dicker fetter Bauch
Schmeaz m -en pl [ʃméɑts] Schmerz {} →Béh
schmeazen [ʃméɑtsǝn] schmerzen {}
schmeckn, schmeckst, ho geschmockn [ʃme`n gǝʹʃmo`n] schmecken {} noch erhaltene starke Beugung
schmeiszen, schmeiszt, ho geschmíssen [ʃmaisǝn] schmeißen {}
schmelzen, schmelzt, sei / ho geschmolzen [ʃmeltsǝn] schmelzen {}
schmeuchln [ʃmɛœçln] schmeicheln {} nach [2] schmeicheln
Schmied m -n pl [ʃmi:t ʃmi: ̃] Schmied {}
schmiedn, schmietst, ho geschmitt [ʃmi: ̃ gǝʹʃmit] schmieden {}
Schmiedzech f [ʃmi:dtseç] Schmiedezunft {}
schmiën [ʃmiǝn] schmieren {}
Schmíss m - pl [ʃmɪs] Schmiss, Prügel {}
Schmoan m [ʃmʊɑn] Schmarrn, Unsinn {}
schmol [ʃmo:l] schmal {}
Schmöllnetz [ʃmœlnets] Schmöllnitz {}
schmückn [ʃmy`n] schmücken {}
schmunzln [ʃmuntsln] schmunzeln {}
schmuugln [ʃmu:gln] schmuggeln {}
Schnackra m -n pl [ʃnakrɑ] eine Art Klappmesser, Taschenmesser {} meistens mit Holzgriff, war billig (zwei Kronen) und weit verbreitet
Schnall f -n pl [ʃnal] Schnalle {}
Schnaps m [ʃnaps] Schnaps {}
schnarran [ʃnaran] schnarren {}
schnattan [ʃnatan] schnattern {}
schnaubn, schnaubst, ho geschnaubt [ʃnaom, ʃnaopst, gǝʃnaopt] schnauben {}
Schnéé m [ʃné:] Schnee {} Pühnschnee auf dem Dachboden hereingewehter Schnee
Schnéébelga pl [ʃné:belgɑ] Schneebälge, Schneebälle {}
Schnééschloga m [ʃné:ʃlo:gɑ] Schneebesen {} Küchengerät
Schneida m - pl Schneidren f -en pl [ʃnaidɑ] Schneider, Schneiderin {} schneidan schneidern
schneidn, schneist, ho geschnittn [ʃnain gǝʹʃni`n] schneiden {} peschneidn beschneiden, ófschneidn aufschneiden
schnein, es schneit, es hot geschneit [ʃnai ̃] schneien {}
Schnell f -n pl [ʃnel] Türklinke {} von Schnalle
Schnepp f -n pl [ʃnep ʃne`m] Schnaupe {} Ausguss an einem Gefäßrand, schmale Ausbuchtung am Gefäßrand, zum leichteren Ausgießen. →Schnepp ist auch der Vogel Schnepfe
schnoachen [ʃnʊɑchǝn] schnarchen {}
Schnobl m Schnebl pl [ʃno:bl] Schnabel {}
schnóótan [ʃnʊ:tan] schnattern {}
schnuckeln [ʃnukln] Schluckauf haben {}
schnüdan [ʃny:dan] schnäuzen {} sich schnüdan sich die Nase putzen, aus [8]: schnudern sich schneitzen
Schnue f Schnüe pl [ʃnuǝ ʃnyǝ] Schnur {} auch →Spagot. Schnüe heißen auch die Schleifen an der Tracht
Schnüech f -n pl [ʃnyǝç] Schnorche, Schwiegertochter {sevesta} mhd. snur, snorche, auch rheinisch, moselfränkisch, bairisch Schnorche. auch →Schbiegatochta
schnüen [ʃnyǝn] schnüren {}
Schnüependl n [ʃnyǝpɛndl] Schnürband {} →Schuhpendl
Schnupptüchl n [ʃnuptyçl] Schnupftuch, Taschentuch {} Taschentuch war ungebräuchlich
Schoa f -n pl [ʃʊɑ] Schar {} Flugschoa Pflugschar
schoaf schöafa [ʃʊɑf] 1 schnell 2 scharf {} Bedeutung 1 Hea ís schoaf gefoan Er ist schnell gefahren. Bedeutung 2 Es Messer ís schoaf Das Messer ist scharf.
Schöaz f -n pl [ʃøats] Baumrinde {} vgl. →Schboat Schwarte
Schóba m Schőba pl [ʃʊ:bɑ] Schober {} Lagerungsform, ein Haufen mit Bedachung, für Heu, Stroh oder Getreide. Háájschóba Heuschober, Heuhaufen
schobn [ʃo:m] schaben {}
schod [ʃo:d] schade {}
schodn [ʃo:n] schaden {}
Schodn m Schedn pl [ʃo:n ʃe:n] Schaden {}
Schol f -n pl [ʃo:l] 1 Schale, 2 Untertasse {}
Schold m -n pl [ʃold ʃoln] Schuld {}
Scholda f -n pl [ʃoldɑ] Schulter, Schinken {}
scholdn [ʃoln] schulden {} vascholdn verschulden
schölleg [ʃœlek] schuldig {}
Schomen m oder Showmen [ʃo:mǝn] Showman {} am., Unterhalterr
schon [ʃon] schon, mehr, noch {} kurzes o
schón [ʃʊ: ̃] schonen {}
schon ka, schon káána, schon káán, káána méh [ʃon ka, ʃon kɒ:nɑ] kein mehr, keiner mehr, keiner mehr {} Slawismus
schon ních, schon non, schon nüscht [ʃon nɪç, ʃon non, ʃon nyʃt] nicht mehr, nur noch, nichts mehr {} Slawismus
schőn, schönda, es schöndre, es schönste [ʃø: ̃, ʃœndɑ, ʃœndrǝ, ʃœnstǝ] schön, schöner, das schönere, das schönste {}
Schoppn m - pl [ʃo`m] Schuppen {}
Schoppn m Schöppn pl [ʃo`m] Schoppen {} ein Viertel Liter. a Schoppn Bein
Schoss m Schöss pl [ʃos] Schuss {} Voaschoss Vorschuss
Schőssl f -n pl [ʃøsl] Schüssel {}
Schósz m [ʃʊ:s] Schoß {}
schőtzen, schötzt, ho geschőtzt, peschőtzen [ʃøtsǝn, gǝʹʃøtst, pǝʃøtsǝn] schützen, beschützen {} s. bei Hammerschmiederei →schőtzen stauen, absperren
schraubn [ʃraom] schrauben {}
Schraubn m, auch Schraub f, Schraubn pl [ʃraom ʃraop] Schraube {}
Schraubnzieha m [ʃraomtsi:ɑ] Schraubenzieher {}
Schraubstock m [ʃraopʃtok] Schraubstock {}
schreg [ʃre:g] schräg {}
Schreiba m - pl [ʃraibɑ] Schreiber {}
schreibn, schreibst, ho geschriebn / geschriebnen [ʃraim, gǝʹʃri:mǝn] schreiben, geschrieben {} Ich hoh da geschriebnen (betonte Form) Ich habe dir geschrieben.
Schríft f -n pl [ʃrɪft] Schrift {}
Schrítt m - pl [ʃrɪt] Schritt {}
Schróót m [ʃrʊ:t] Schrott {} Metallabfall, Metallverschnitt
Schrót m [ʃrʊ:t] Schrot {} grob gemahlene Körner, gröber als Mehl und Grieß
schrótn [ʃrʊ:`n] schroten {} Schrot mahlen
Schubichs f [ʃubiks] Schuhwichse {} kurzes u
Schublod f -n pl [ʃublo:d ʃublo:n] Schublade {}
Schubriegl m -n pl [ʃupri:gl] Schubriegel, Schranke {}
Schubsack m Schubseck pl [ʃupsak] Hosentasche, Schubsack {}
schüchtan [ʃyçtan] schüchtern {}
schuckeln [ʃukln] schuckeln, wackeln {}
schüebn, schüebst ho geschüebt [ʃyǝm] schieben {} Kegel schüebn Kegel schieben, kegeln. Knőppl schüebn Knöpfe schieben, ein Kinderspiel
schüefen [ʃyǝfǝn] schürfen {}
Schüez f -n pl [ʃyǝts] Schürze {}
Schuh m Schuh pl Schüachenk pl dim [ʃu: ʃyaçeƞk] Schuh, Schühchen {} Schuhlöffl, Schukrem
Schuhpendl n - pl [ʃu:pɛndl] Schnürsenkel {}
Schul n -n pl [ʃu:l] Schule {} Schulpank, Schulhóf
Schulajung m [ʃu:lɑjung] Schuljunge {}
Schuldiena m [ʃu:ldi:nɑ] Schuldiener {} Hausmeister an einer Schule
Schulmáánsta m, Schulmáánstren f [ʃu:lmɒ: ̃stɑ, ʃu:lmɒ: ̃strǝn] Schulmeister, Lehrer, Lehrerin {} UM, OM →Professa
Schusta m - pl Schustren f -en pl [ʃustɑ] Schuster Schusterin {} Schuhmacher
schustan [ʃustɑn] schustern {} rumwerkeln, schlecht und unergiebig →vaschustan verlieren
Schustastuhl m [ʃustɑʃtu:l] Schusterstuhl {} ein Dreifuß
Schutt m [ʃut] Schutt {} →Schutt beim Hammerwerk: Damm
Schütthaus n [ʃythaos] Getreidespeicher {} z. B. in Obermetzenseifen
schüttn [ʃy`n] schütten {}
Schwindl m [ʃvindl] Schwindel {}
se [ze] sie {}
Séchsa m - pl [zéksɑ] Sechser {}
séchse - séchs [zéksǝ] sechs {} Zahlwort, Zahlwörter siehe Kapitel 6 Zohln - Zahlwörter
sechzeg [zeçtsek] sechzig {}
Séél f -n pl [zé:l] Seele {}
séén [ze: ̃] säen {}
Seg f -n pl [ze:k] Säge {}
Segl n - pl [ze:gl] Segel {}
Ségn m [zé:ƞ] Segen {}
segn, segst, ho gesegt [ze:ƞ] sägen {}
Segspéna pl [ze:kʃpé:nɑ] Sägespäne {}
Segspéna pl [ze:kʃpé:nɑ] Sägespäne {}
séhn, siehst, ho geséhn [zé: ̃] sehen {} Konjugation als Beispiel für ein regelmäßiges Verb siehe Tabelle G2 und Tabelle G5
séhnen [zénǝn] sehnen {}
seibea, sei bea [zaiʹbéɑ] irgendwer {}
seibie, sei bie [zaiʹbi:] irgendwie {}
seibó, sei bó [zaiʹbʊ:] irgendwo {}
seibofre, sei bofre [zaiʹbofrǝ] irgendwelche {}
seibónean [zaiʹbʊ:néɑn] von irgendwoher {}
seibos, sei bos [zaiʹbo:s] irgendwas {} doi ních seibos das ist ja was
Seid f [zaid] Seide {}
seihn, seihst, ho geseiht [zain] sieben {} duichseihn duech ein Sieb schütten
Seihtüchl n - Seihtücha pl [zaityçl] Seihtuch {} Tuch zum Durchseihen von z. B. Milch
sein, pist, sei gebest (oder gebesen) [zai ̃, pist, zai gǝʹbe:st] sein, bist, bin gewesen {} Hifsverb, Konjugation siehe Tabelle G6 und Tabelle G10 (Konjunktiv). Dea de ís der ist. Es sein sőche Es gibt solche. Hie sei ba Hier sind wir.
seit [zait] seit {}
Seit f -n pl [zait] Seite {}
Seitl m - pl [zaitl] Seidel, Seitel {} Hohlmaß für ülicherweise Bier, in Öst. auch für Wein. Bairisch: ein Seidl Bier ca. 0,5 l, üblicherweise im Tonkrug, lat. situla
sekkiën, sekkiëst, ho sekkiët [seʼkiǝn] sekkieren {} bedrängen, zusetzen. von italienisch seccare
Sekund f Sekunnen pl [seʹkund] Sekunde {}
selba [zelbɑ] selbst {}
Selba n [zelbɑ] Silber {}
selbeg, selbega [zelbek] selbig, jener {} selbege Zeit, za selbeng Zeit zu jener Zeit, selbegs Mol damals
selbren n [zelbrǝn] silbern {}
selchen [zelçǝn] selchen {} räuchern süddeutsch, österreichisch
séleg [zé:lek] selig {}
selt [zelt] 1 dann, damals (Zeitangabe), 2 dann (Konjunktion) {} selt ond selt dann und wann
seltn [sel`n] selten {}
sémeg [zé:mek] sämig {}
sen, ses, as [zen, zes] sie ihn, sie es, er es {} Hot sen geheirot Hat sie ihn geheiratet? Hot ses gefonnen? Hot as gesehn?
Serbéétl n -n pl [serʹbé:tl] Serviette {}
Sesón f -en pl [sez´ʊ: ̃] Saison {}
séétegn [zé:teƞ] sättigen {}
setzen, setzt, ho gesetzt [zetsǝn] setzen {} doasetzen hinsetzen
sich [ziç] sich {} Das Refelxivpronomen wird viel häufiger gebraucht als im hd., slawischer Einfluss.
sicha [ziçɑ] sicher {}
Síchl f -n pl [zɪçl] Sichel {}
sickan, sickast, ís gesickat [sikan] sickern {}
Sieb n -a pl Siepl dim Siepachenk pl dim [zi:pl] Sieb {}
Siebna m - pl [zi:mɑ] Siebener {}
Siebnáág f -n pl [zi:mɒ:g] die Sieben im Kartenspiel {} Siebenauge, →Koatnspiel
Siebnpüegn [zi:mʹpy?eƞ] Siebenbürgen {}
Siegl m - pl [zi:gl] Siegel n {}
siegn [zi:ƞ] siegen {}
Sien m [zi: ̃] Sinn {}
Signál n -a pl [zigʹnɒ:l] Signal {}
singen, singst, ho gesungen [siƞǝn] singen {}
sinkn, sinkst, sei gesunkn [siƞ`n] sinken {}
Sips m - pl [zips] Reißverschluss {} auch →Reiszverschluss. am. zipper
Sitt f -n pl [zit] Sitte {}
Sítz f -en pl [zɪts] Sitz {sedadlo} Sitzplatz, z. B. Stuhl. aus [2]
Sítz m - pl [zɪts] Sitz {sídlo} Residenz, Amtssitz
sítzen, sítzt, sei gesessen [zɪtsǝn] sitzen {}
Ski m - pl [ʃi:] Ski {} Schi lááfen Ski fahren
slowakesch [sloʹva:keʃ] slowakisch {}
Soag f -n pl [zʊɑg zʊɑƞ] Sorge {}
soagn f [zʊɑƞ] sorgen {}
sóbos [sʊbo:s] sowas, so etwas {}
sőch. a sőch, a sőcha m a sőche f a sőch n sőche pl [zøç, zøçɑ, ...] solch, ein solcher, eine solche, ein solches, solche {} Demonstrativpronomen und Artikelwort. Immer mit vorangestelltem unbestimmtem Artikel zu benutzen. Konjugation siehe Tabelle G17. siehe auch →äuch(a) ein solch(er), nach [3]. gleichwertig auch → sőtt
Sock f Sockl pl [zok zokl] Socke Socken {} aus [2], auch →Fussackl
Sodprühn n [zo:tpry: ̃] Sodbrennen {}
Sőflenk m [zœfleƞk] Säufer {}
sogn, sogst, ho gesogt [zo:ƞ zo:kst gǝʹzo:kt] sagen {} Konjugation, als Beispiel für ein regelmäßiges Verb, siehe Tabelle G3. Sogra sage ihr, sogtama sagt er mir. Per du sogn duzen
sogoa [soʹgʊɑ] sogar {}
Sóhl f -n pl [zʊ:l] Sohle {} Schuhsóhl
soich [zoiç] soll ich {}
Soldot m -n pl [solʹdo:t] Soldat {}
solln, sollst, ho gesollt. ich soll, du sollst, hea/sie/es sol, biën solln, ihs sollt, se solln. Konj.: ich söllet, du söllest, hea/sie söllet, biën sölltn, ihs söllet, se sölletn [zoln] sollen {} Modalverb. Konjugation siehe Tabelle G8 und Tabelle G10
Sómen m Semen pl [zʊ:mǝn] Samen {}
Sönd oder Sön f Sönnen pl [zœn] Sünde {} Tódsönd Todsünde
sondan [zondan] sondern {}
söndegn [zœndeƞ] sündigen {}
Sonn f [zon] Sonne {}
Sonnomt m [zonomt] Sonnabend, Samstag {}
Sonnteg m [zontek] Sonntag {}
Söntflut f [zœntflu:t] Sintflut {}
Sooft m [zo:ft] Saft {}
sóómln, sóómlst, ho gesóómlt [zʊ:mln] sammeln {}
Sóót f -n pl [zʊ:t] Saat {}
soot seeta [zo:t] satt {}
Sootl m Séétl pl [zo:tl] Sattel {}
Sort f -n pl [zort] Sorte {}
sortiën [zorʹtiǝn] sortieren {}
Sotán m [zo:tɒ:n] Satan {}
sőtt, a sőtta m a sőche f a sőch n sőche pl [zøt, zøtɑ, ...] solch, ein solcher, eine, solche, ein solches, solche {} Demonstrativpronomen und Artikelwort. Konjugation und Gebrauch wie → sőch. aus [31]
sőts [zøts] so etwas {}
Sott f -n pl [zot] Pfütze {} mhd. sutte Lache, Pfütze, bair. Sutte, Sotte für Jauche. vgl.→Gesüda
sővl, a sővl [zøfl] so viel {}
Spagot m [ʃpaʼgo:t] Spagat m {} öst., Schnur, Bindfaden. Von ital. Spago.
Spaln m - pl [ʃpaln] Spalt m, Spalte f {} für die Spalte gab es kein extra Wort
spaln, spelst, ho gespaln [ʃpaln gǝʹʃpaln] spalten {} Holz spaln Holz spalten
spannen, spannst, ís/ho gespannt [ʃpanǝn] sannen {}
Sparrn m - pl [ʃparn] Sparren {} der vom First zur Traufe verlaufende Dachbalken
sparrn, sparrst, ís/ho gesparrt [ʃparn] sperren {} →vasparrn versperren
Spász m Spesz pl [ʃpɒ:s ʃpe:s] Spaß {}
spaziën, spaziëst, sei gespaziët [ʃbaʹtsiǝn] spazieren {}
Spea m Speara pl [ʃpéɑ] Speer {}
spealich [ʃpéɑliç] spärlich {}
Speila m - pl [ʃpail] Speil m, Speiler m {} aus [2], dünnes Holzstäbchen insbesondere zum Verschließen des Wurstzipfels
spein [ʃpai ̃] spucken, kotzen {}
spein, speist, ho gespeit [ʃpai ̃] speien {}
Speis f -n pl [ʃpais] Speise {}
speisen, speist, ho gespeist [ʃpaizǝn] speisen {}
Speiskastn m [ʃpaiskas`n] Speisenschrank, Speiskammer {} in OM für →Dolmerei
Spektákl n [ʃpekʹtɒ:kl] Spektakel {} etwas Sehenswertes, ein Wunderwerk, aufsehenerregender Vorgang
Spekuliëeisen n [ʃpekuʹliǝaizǝn] Spekuliereisen {} scherzhaft für kompliziertes Werzeug
spekuliën, spekuliëst, ho gespekuliët [ʃpekuʹliǝn] spekulieren, nachdenken, denken {} ausspekuliën ausdenken
Spendl f -n pl [ʃpendl] Spindel {}
Spengla m [ʃpeƞlɑ] Spengler {} Handwerker für Blechbearbeitung, bairischen Ursprungs. Klempner und Flaschner waren ungebräuchlich
Spennebéb f -n pl [ʃpenǝʹbé:b ʃpenǝʹbé:m] Spinnwebe {} →Spenn
spennen, spennst, ho gesponnen [ʃpennǝn] spinnen {}
Spennrod n [ʃpenro:d] Spinnrad {}
spet [ʃpe:t] spät {}
Spétel m - pl [ʃpé:tl] Spatel {}
spiegln [ʃpi:gln] geigen {} aus [2]
Spiel n -a pl [ʃpil:] Spiel {}
spieln géhn [ʃpi:ln gé: ̃] zu Besuch gehen, zu einem geselligen Beisammensein gehen {} von Agi: 'Kommt von der häufigen Beschäftigung des Kartenspielens.' Möglicherweise aber auch die gleiche Bedeutung und Herkunft wie →spillein
Spilla m [ʃpilɑ] Spieler {} kurzes i
spillan (sich) [ʃpilan] spielen {} Iterativform zu →spilln
spillein [ʃpilain] gesellig beisammen sein {} aus [2], kommt auch im Bairischen vor, kommt dort von spinnen und bedeutet geselliges Beisammensein.
Spillerei m [ʃpilǝʹrai] Spielerei {}
spilln (sich) [ʃpiln] spielen {}
Spillplatz m Spillpletz pl [ʃpilplats] Spielplatz {}
Spillzeug n -a pl [ʃpiltsɛœg] Spielzeug {}
Spion m - pl [ʃpiʹʊ: ̃] Spion {}
Spiranzl n [ʃpirʼantsl] Spiranzl {} Schwächling, öst.
Spíss m - pl [ʃpɪs] Spieß {}
Spitol n Spitöla pl [ʃpiʹto:l ʃpiʹtœ:lɑ] Spital, Krankenhaus {} öst.
Spítz f -n pl [ʃpɪts] Spitze {}
spítzeg [ʃpɪtsek] spitz {}
Spítzl m [ʃpɪtsl] Spitzel {}
Spítzpub m [ʃpɪtspu:p] Spitzbub {}
Splitta m - pl [ʃplitɑ] Splitter {}
Spoahead m [ʃpʊɑhéɑd] Sparherd {} ein Küchenherd
Spoakassa f [ʃpʊɑkasɑ] Sparkasse {}
spoan [ʃpʊɑn] sparen {}
Spoan m Spoana pl oder Spoan pl [ʃpʊɑn] Sporn, Pl. Sporne oder Sporen {} Fortsatz, Dorn, Stachel, ein vorspringendes Teil. Die Sporen (Spoan) an den Stiefeln eines Reiters
Spoapüchs f [ʃpʊɑpyks] Sparbüchse {}
spoasóm [ʃpʊɑzʊ:m] sparsam {}
Spón m Spéna pl [ʃpʊ: ̃ ʃpé:nɑ] Span Späne {} →Segspéna Sägespäne, Holzspéna, Holzspähne, Hublspéna Hobelspäne
Spótt m [ʃpʊt] Spott {}
spóttn [ʃpʊ`n] spotten {}
Spráátz f [ʃprɒ:ts] Spreu {}
spráátzen [ʃprɒ:tsǝn] spreitzen {} ausspráátzen ausbreiten
spréan [ʃpréɑn] sprühen {}
sprechen, spríchst, ho gesprochen [ʃpreçǝn] sprechen {}
Spreiz f -en pl [ʃpraits] Spreize {} (waagerecht) angebrachte Strebe zwischen zwei (senkrechten) Holmen, mit dem Zweck, die Teile abzuspreitzen. Z. B. bei einer Leiter. veraltet.
spreizen, sich [ʃpraitsǝn] sich sträuben {} aus [2]
Spríchboat n [ʃprɪçbʊɑt] Sprichwort {}
springen, springst, sei gesprungen [ʃpriƞǝn] springen {}
Springpronn m [ʃpriƞpron] Springbrunnen {}
Spróch f -en pl [ʃprʊ:x] Sprache {} Mottaspróch Muttersprache
sprőd [ʃprø:d] spröde {}
Spross m Spröss pl [ʃpros] Spross m {} Trieb, Abkömmling. auch Sprösslenk
Sprosse f -n pl [ʃprosǝ] Sprosse f {} Leitersprosse
Sprőtz f -en pl [ʃprøts] Spritze {}
sprőtzen [ʃprøtsǝn] spritzen {}
Spruch m Sprüch pl [ʃprux] Spruch {}
Sprusseln pl [ʃprusln] Sommersprossen {} auch →Summasprossen
Spuck m [ʃpuk] Spucke f {}
spuckn [ʃpu`n] spucken {}
Spue f -n pl [ʃpuǝ] Spur {}
spüen [ʃpyǝn] spüren {}
Spul f -n pl [ʃpu:l] Spule {}
spuln [ʃpu:ln] spulen {}
Stááb m [ʃtɒ:p] Staub {}
stáában [ʃtɒ:ban] stauben, stäuben {}
Stááblung f [ʃtɒ:pluƞ] Staublunge {} Stááblung war bei den Bergleuten der Zips verbreitet
stáábn [ʃtɒ:m] stauben {}
Stáán m -a pl [ʃtɒ: ̃] Stein {} Stáánproch Steinbruch, stáánreich steinreich
Stáánkóhl f -n pl [ʃɒ: ̃kʊ:l] Steinkohle {}
Stáánpüchl n Stáánpücha pl [ʃtɒ: ̃pyxl] Geldbeutel {} nach [13] war ein Stáánpüchl ursprünglich das Arbeitsbuch der Hauer
stáánreg [ʃtɒ: ̃rek] steinig {}
Stáát m -n pl [ʃtɒ:t] Staat {}
Stakéten pl [ʃtɒʹkétn] Staketen, Lattenzaun {}
Stall m Stell pl [ʃtal] Stall {}
stampan, stampast, ho gestampat [ʃtampan] stampfen, zerstampfen {} →Stampagrulln Stampfkartoffeln
Stampl n - pl [ʃtampl] Stampl {} Hohlmaß 0,02 l, üblich für Branntwein A Stampl Prampein hot men gean getrunkn. öst.
Stanz f -en pl [ʃtants] Stanze {}
stark stärka [ʃtark] stark, dick {} a starka Móón ein dicker Mann, stark Pleech dickes Blech
Statión f -nen pl [ʃtatsiʊ: ̃ ] Station, Bahnstation, Bahnhof {}
Steabglöckl n [ʃtéɑpglœkl] Sterbeglöckchen {}
steabn, stiëbst, sei gestoabn [ʃtéɑm] sterben {} aussteam aussterben
Steak f [ʃtéɑk] Stärke {}
steakn [ʃt´ɑ`n] stärken {} de Bösch steakn die Wäsche stärken
Stean m -a pl [ʃtéɑn] Stern {}
Stecher m - pl [ʃteçǝr] Feldstecher {} binoculares Fernglas. aus [2]
stechen, stíchst, ho gestochn [ʃteçǝn] stechen {}
Steckn f - pl [ʃte`n] Stecken, Stock {}
stéckn itr. [ʃté`n] stecken {} Da Nogl stéckt en Preet Der Nagel steckt im Brett.
steckn tr. [ʃte`n] stecken {} De Hand en Schubsack stecken. Die Hand in die Hosentasche stecken.
Stéétl n - pl [ʃté:tl] Städtchen {}
Steg m - pl [ʃte:g] Steg {}
stehln, stehlst ho gestóhln [ʃte:ln] stehlen {}
stéhn, stéhst, ho gestannen, Präteritum stannet [ʃté: ̃, ʃtanet] stehen, stand {} ófstéhn aufstehen, ausstéhn ausstehen. In [4]: biën hobn gestannen, mit Hilfsverb haben.
Steig m - pl [ʃtaig] Steig {} ein schmaler Pfad bergan
steign, steigst, sei gestiegn [ʃtaiƞ gǝʹʃti:ƞ] steigen {}
stell [ʃtel] still, leise {} Ein aus leise abgeleitetes mantakisches Wort ist nicht bekannt.
Stell f [ʃtel] Stelle {} óf da Stell auf der Stelle
Stelláge f -n pl [ʃtelʹɒ:ʃ] Stellage [stelʹa:ʒǝ], Regal {} Konstruktion aus Brettern zum Abstellen von Dingen, Regal. Stelláge gebräuchlicher als Regál
Stellenk f [ʃteleƞk] Stellung {}
stelln [ʃteln] stellen {} abos ófstelln etwas aufstellen
stelln [ʃteln] stillen {} Duescht stelln Durst stillen
Stemm f -en pl [ʃtem] Stimme {}
stemmen [ʃtemǝn] stemmen {} vgl. →Stemmeisen
stemmen itr. [ʃtemǝn] stimmen {} richtig sein. De Rechnenk stemmt Die Rechnung stimmt.
stemmen tr. [ʃtemǝn] stimmen {} die Tonhöhe einstellen. De Geig muss gestemmt bean Die Geige muss gestimmt werden.
Stempl m - pl [ʃtempl] 1 Stempel, 2 Briefmarke {}
stendeg [ʃtendek] ständig {}
Stengl m - pl [ʃteƞl] Stängel {}
Steua f -n pl [ʃtɛœɑ] Steuer f {} Lóhnsteua Lohnsteuer
Steua n [ʃtɛœɑ] Steuer n {} Steuamóón Steuermann
steuan [ʃtɛœan] steuern {}
steuf [ʃtɛœf] steif {}
Stích m - pl [ʃtɪç] Stich {}
stickn [ʃti`n] sticken {}
Stië m - pl [ʃtiǝ] Stier {býk}
Stiefl m - pl [ʃti:fl] Stiefel {}
Stieg f -n pl [ʃti:k ʃti:ƞ] Stiege, Treppe {schod} Stieg war das gebräuchliche Wort für Treppe
Stiegnhaus n [ʃti:ƞhaos] Treppenhaus {}
Stiëk f Stiëkn pl Stiëkl dim [ʃtiǝk] Sterke, Färse {} Färse, jungfräuliches weibliches Rind. Sterke norddeutschen Ursprungs
Stiel m Stiela pl [ʃti:l] Stiel {}
Stiën f -en pl [ʃtiǝn] Stirn {}
Stíft m - pl [ʃtɪft] Stift {}
Stíll f [ʃtɪl] Stille {}
stinkn, stinkst, ho gestunkn [ʃtiƞ`n] stinken {}
stöan, stöast, ho gestöat [ʃtøan] stören {}
Stob m Steb pl [ʃto:b] Stab {}
Stőck n -a pl Stőckl dim Stőckachenk pl dim [ʃtøk] Stück, dim Stücklein Stückchen {}
stockfensta [ʃtokʹfenstɑ] stockfinster {}
Stockhóchhaus n [ʃtokhʊ:xhaos] Hochhaus {}
Stöckl m - pl [ʃtœkl] Stöckl {} hohe Absätze an Schuhen, Stöcklschuh Stöckelschuhe
Stoff m Stöff pl [ʃtof] Stoff {}
Stóhl m [ʃtʊ:l] Stahl {} Stóhla- stählern
Stolln m [ʃtoln] Stollen {} Bergwerksstollen
stolpan [ʃtolpan] stolpern {}
stomm stömma [ʃtom] stumm {}
Stond oder Ston f Stonnen pl [ʃton` ʃtonǝn] Stunde {}
stonnenlang [ʃtonǝnlaƞ] stundenlang {}
Stoodt f -n pl [ʃto:t] Stadt {} Grószstoodt Großstadt, Hauptstoodt Hauptstadt
Stoodthaus n [ʃto:thaos] Stadthaus, Rathaus {} Rathaus war nicht gebräuchlich
Stoot f Stéétn pl [ʃto:t ʃté`n] Stätte {} →Kegelstoot Kegelstätte, Kegelbahn
stoot, stoots [ʃto:t] statt, stattdessen {} mit Akkusativ
Stoppel f -n pl [ʃtopl] Stoppel {}
stoppn [ʃto`m] stopfen {} Strömp stoppn Strümpfe stopfen, ausstoppn ausstopfen
Stoppn m Stöppn pl [ʃto`m] Stopfen, Flaschenkorken {} Das Wort Korken war ungebräuchlich. →Stoppn im Hammerwerk
Stoppnzieha m [ʃto`mtsi:ɑ] Korkenzieher {}
Stósz m Stősz pl [ʃtʊ:s] Stoß m {}
Stósz [ʃtʊ:s] Stoß {Štos} Ort im Bodwatal, 9 km hinter Metzenseifen, der letzte Ort im Tal
Stősza m [ʃtø:sɑ] Stößer {} ein Mensch aus →Stoß
stószen, stéészt, ho gestószen [ʃtʊ:sǝn] stoßen {}
stottan [ʃtotan] stottern {} auch →möckan
Stőtz f - pl [ʃtøts] Stütze {opora}
stőtzen [ʃtøtsǝn] stützen {}
Stráá f [ʃtrɒ:] Streu {}
Strááfen m - pl [ʃtrɒ:fǝn] Streifen {}
Strááhäufl n [ʃtrɒ:hɛœfl] Streuhäufchen, kleiner Heuhaufen {}
stráán [ʃtrɒ: ̃] streuen {}
strabanzen [ʃtraʹbantsǝn] streunen {} →römstrabantzen rumstreunen
Strabanzen pl [ʃtraʹbantsǝn] Streuner {}
Stráhl m -n pl [ʃtrɒ:l] Strahl {}
stráhln [ʃtrɒ:ln] strahlen {}
Strauch m Sträuch pl [ʃtraox ʃtrɛœx] Strauch, Busch {} Für Busch gab es kein speziell mantakisches Wort, Strauch war gebräuchlich
Strausz m Sträusz pl [ʃtraos ʃtrɛœs] Strauß {} man sagte aber a →Bósch Plumen
strebn [ʃtre:m] streben {}
Streck f -n pl [ʃtrek] Strecke {}
streckn [ʃtɪe`n] strecken {}
streichen, streichst, ho gestríchen [ʃtraiçǝn gǝʹʃtrɪçǝn] streichen {}
streitn, streitst, ho gestrittn [ʃrai`n] streiten {}
streng [ʃtr?eƞ] streng, herb {}
Strích m - pl [ʃtrɪç] Strich {}
Stríck f - pl [ʃtrɪk] Strick {}
stríckn [ʃtɪ`n] stricken {}
Striemen m - pl [ʃtri:mǝn] Striemen {}
Stróf f -en pl [ʃtrʊ:f] Strafe {}
strófen [ʃtrʊ:fǝn] strafen {}
Strőh n [ʃtrø:] Stroh {}
Strőhbősch f [ʃtrø:bøʃ] Strohwisch {}
Strőhholmen m - pl [ʃtrø:ho:lmǝn] Strohhalm {}
Strőhmóón m [ʃtrø:mʊ: ̃] Strohmann, Vogelscheuche {}
Strőhpendl n [ʃtrø:pɛndl] Strohband {} Ein Seil, das aus wegen seiner Länge gut geeignetem Roggenstroh geflochten wurde. Es diente zum Zusammenbinden der ca. 1 m dicken Strohbündel auf dem Felde.
Strőhsack m [ʃtrø:zak] Strohsack {}
Strőhschóba m [ʃtrø:ʃʊ:ɑ] Strohschober {} →Schóba
Stróm m [ʃtrʊ:m] Strom {}
strőmen [ʃtrø:mǝn] strömen {}
Strómen m Strémen pl [ʃtrʊ:mǝn] Streifen, Band {páska} aus [2]
Stromp m Strömp pl [ʃtromp] Strumpf {}
Strósz f -en pl [ʃtrʊ:s] Straße {}
Strumpandl m [ʃtrumpandl] Strumpfband n {}
Strunk m Strünk pl Strünkl dim [ʃtruƞk] Strunk, Griebs {} z. B. Äpplstrunk Apfelstrunk (abgebissenes Apfelkerngehäuse), Baumstrunk
Stubb f Stubn pl Stübl dim [ʃtub ʃtu:m ʃty:bl] Stube {} Stubb war gebräuchlicher als Zemma. De vődre Stubb die vordere Stube, oft die Paradestubb, de hentre Stubb die hintere Stube, oft das Arbeits- und Aufenthaltszimmer
Stübl n Stüblchenk dim [ʃty:bl ʃtyblxeƞk] Stübchen {}
Stubnmáád f -n pl [ʃtu:mmɒ:d] Stubenmädchen {}
studiën, stiëst, ho gestudiët [ʃtuʹdiǝn] studieren {}
Stuem m Stüem pl [ʃtuǝm] Sturm {}
Stüez f -n pl [ʃtyǝts] Stürze, Topfdeckel {} bair. Stürze
Stuez m - pl [ʃtuǝts] Sturz {}
stüezen [ʃtyǝtsǝn] stürzen {} oostüezen abstürzen
Stuf f -n pl [ʃtu:f] Stufe {}
Stuhl m Stühl pl [ʃtu:l] Stuhl {} auch Stuhlbein, auch Sessel
stuppeg [ʃtupek] stumpf, stupsig {} a stuppege Nól eine stumpfe Nadel
Stutzen m - pl [ʃtutsǝn] Stutzen {} ein Jagdgewehr mit kurzem Lauf
suchen, suchst, ho gesucht. Konj: ich suchet. Imperativ.: such, suchts [zuxǝn] suchen {} kurzes u. Konjugation als Beispiel für ein regelmäßiges Verb siehe Tabelle G2
Suhn m Sühn pl [zu: ̃ zy: ̃] Sohn {}
Summ f -en pl [zum] Summe {}
Summa m Sümma pl [zumɑ] Sommer {}
Summasprossen pl [zumɑʃprosn] Sommersprossen {} auch →Sprusseln
Suppe f -n pl [zupǝ] Suppe {} Suppe war in früheren Zeiten ein übliches Frühstück (Z. B. Prinznsuppe), bis sich Kaffee (Malzkaffee) durchsetzte.
Suppefláásch n [zupǝflɒ:ʃ] Suppenfleisch {}
süss süssa [zys] süß {} kurzes ü. süssa Adverb
Süssegkeit f -n pl [zysekkait] Süßigkeit {}
sympatesch [zimʹpateʃ] sympathisch {}
Schbebl m [ʃbe:bl] Schwefel {}
Safran m [zafran] Safran {} war wohl nur aus dem Kinderlied bekannt
Salzkipfl m -n pl [zaltskipfl] Salzkipfel {} Kipfel mit Salz und Kümmel bestreut
Sauakraut n [zaoɑkraot] Sauerkraut {}
Sauatáág m [zaoɑtɒ:g] Sauerteig {}
saure Fisoln pl [zaorǝ fiʹzo:ln] ein Bohneneintopf {} aus braunen Wachtelbohnen (gescheckte Fisoln), durchwachsenem Speck, Kartoffeln und etwas Essig
saure Grulln pl [zaorǝ gruln] eine Art Kartoffelsuppe {} OM, Rahmige Eintopfsuppe aus heller Einbrenn und Kartoffeln. UM →Grullntunke
saure Horkn pl [zaorǝ hor`n] Essiggurken {} →Horkn
saure Krautknől pl [zaorǝ kraotknø:l] Spätzle mit Sauerkraut {}
saure Mílich f [zaorǝ mɪliç] Sauermilch {} OM
Schélagrulln pl [ʃé:lɑgruln] Pellkartoffeln {}
Schenzize f [ʃenʹtsitsǝ] geronnene Schafsmilch {žinčica} Das Geronnene wurde ausgesiebt, und daraus wurde der Käse gemacht. Der Rest war die Molke.
Schkubanki pl [ʃkuʹbanki] ? {} Klößchen aus mit etwas Mehl gefestigten Stampagrulln, mit einem Löffel abgestochen, flüssige Butter darüber gegossen und mit Mohn und Zucker bestreut.
Schmalz n [ʃmalts] Schmalz {}
Schmand m [ʃmand] Schmand {} 1 fetter Sauer- oder Süßrahm, 2 die Haut auf der Oberfläche von gekochter Milch, öst.
schmandege Mílich f [ʃmandegǝ mɪliç] Dickmilch {}
Schmandgrullnsuppe f [ʃmandgrulnzupǝ] eine Kartoffelrahmsuppe {} Kartoffelsuppe mit viel Schmand, Paprika, Kümmel und Essig
Schneppndreck m [ʃne`mdrek] Schnepfendreck {} Spezialität aus dem Gedärm von Waldschnepfen
Schnittntáág m [ʃni`ntɒ:g] Nudeln, schmale Bandnudeln {} wie Tagliatelle. Ein aus Nudel abgeleitetes mantakisches Wort ist nicht bekannt.
Schnítzl n [ʃnɪtsl] Schnitzel {}
Scholda f -n pl [ʃoldɑ] 1 Schulter, 2 Vorderschinken {}
Schuhaida pl [ʃuhaidɑ] Pralinen in Papierförmchen {} ung. šuhajdy
Sééml n - pl [zé:ml] Semmel {} bairischen Ursprungs. Ein Wort, das 'Brötchen' entspricht, ist nicht bekannt.
Senf m [zenf] Senf {horčica}
Soláte f [soʹlɒtǝ] Salat m, Kopfsalat {} anderer Salat war kaum bekannt
Speakn pl [ʃpéɑ`n] geschmorte Rindfleischscheiben {} im Prinzip wie Rouladen, nur nicht gerollt
Speck m [ʃpek] Speck {slanina} Speck war ein sehr wichtiges und sehr beliebtes Nahrungsmittel. Am besten war der Speck von Mangalitza-Schweinen. →Speck prótn, geprótena Speck, Paprikaspeck, ausgelossena Speck
Speckschboat f [ʃpekʃbʊɑt] Speckschwarte {} diese wurde gern am offenen Feuer gegrillt
Spiegláái n [ʃpi:glɒ:j] Spiegelei {}
Stáábzocka m [ʃtɒ:ptsokɑ] Staubzucker, Puderzucker {}
Stampagrulln pl [ʃtampagruln] Stampfkartoffeln, Kartoffelbrei {} OM, mit ausgelassenem Speck und goldgelb gepregelten Zwiebeln. UM →Grullnstimpl
Stefaniekrapfen pl [ʃteʹfa:ni:krapfǝn] ein Kleingebäck aus Nussteig {} in Förmchen gebacken, mit Marmeladeklecks oben drauf
Sträuszlpa pl [ʃtrɛœslpɑ] Preiselbeeren {}
Strul m -n pl [ʃtru:l] Strudel {} Eine Rolle aus einem sehr dünn ausgezogenem Tei, der mit einer Füllung aus z. B. bei →Äpplstrul einer Äpfel-Rosinen-Nuss-Zimt-Zuckermischung belegt wurde. Strul wurde in noch warmem und knusprigen Zustand als Nachtischgebäck gereicht. →Strul gab es häufig als →Äpplstrul, aber auch als →Kiëschenstrul oder →Mattnstrul.
Struläppl pl [ʃtru:lɛpl] Strudeläpfel {} eine für Strudel gut geeignete Apfelsorte, mit dünner Schale und wenig Saft, groß und rot gesprenkelt, im Sommer reifend. Höchstwahrscheinlich Geflammter Kardinal
Szegedina Gulasch m [sɛgɛdi:nɑ gulaʃ] Szegediner Gulasch n {} Gulasch mit Sauerkraut gemischt und zusammen gegart
Székely-Gulasch m [sé:kejgula:ʃ] Székely-Gulasch, Szekler-Gulasch n {} Gulasch mit gedünstetem Weißkraut gemischt und zusammen gegart. Szekler sind eine ungarische Volksgruppe.
séchse - séchs [zéksǝ] sechs
siebene - siebn [zi:bene] sieben
sechzen [seçtsǝn] sechzehn
siebnzen [zi:mtsǝn] siebzehn
séchsenzbáánzeg [zéksǝntsbɒ:ntsek] sechsundzwanzig
siebnenzbáánzeg [zi:mǝntsbɒ:ntsek] siebenundzwanzig
sechzeg [seçtsek] sechszig
siebnzeg [zi:mtsek] siebzig
séchsta [zékstɑ] sechster
siebnta [zi:mtɑ] siebter
siebnzegsta [zi:mtsekstɑ] siebzigster
Salamander m - pl [salɑʹmander] Salamander {} kam in den Bachtälern häufig vor
Schbatze Amsl f [ʃbatsǝ amzl] Amsel {} →Amsl
Schbein n -a pl [ʃbai ̃] Schwein {} Früher waren als Hausschweine die ungarischen Mangalitza-Schweine (ung. mangalica) üblich und beliebt. Sie zeichneten sich durch Robustheit, schönen dicken Speck und guten Geschmack aus. In den zwanziger Jahren wurden sie durch die rosaroten Englischen Schweine verdrängt.
Schboolm f -en pl [ʃbo:lm] Schwalbe {}
Schkrááka m [ʃkrɒ:kɑ] Eichelhäher m {škriekavá} Garrulus glandarius, auch →Titschke, →Ááchlheha, vgl. →schkráákan krächzen
Schlófa m [ʃlʊ:fɑ] Fledermaus {netopier} UM, OM →Fledamaus. Es gab früher so viele, dass die Buben sie zum Spaß mit ihren Mützen einfangen konnten.
Schneck f -n pl [ʃnek] Schnecke {} Weiter wurde meistens nicht unterschieden. Es ist kein speziell mantakischer Name für die häufig vorkommende Weinbergschnecke bekannt.
Schnepp f -n pl [ʃnep ʃne`m] Schnepfe {} Waldschnepfe. →Schneppndreck
Schóf n - pl [ʃʊ:f] Schaf {ovca}
Sebra m -n pl [se:brɑ] Zebra {} aus [2]
Singdrossel f -n pl [ziƞgdrosl] Singdrossel {} Turdus musicus
Specht m [ʃpeçt] Specht {} auch →Páámpícka Baumpicker
Spenn f -en pl [ʃpen] Spinne {}
Spöaba m - pl [ʃpøabɑ] Sperber, Habicht {} Ein speziell mantakisches Wort für Habicht gab es nicht. Alle Greifvögel wurden mit →Spöaba oder →Báái bezeichnet.
Stáánodla m [ʃtɒ: ̃o:dlɑ] Steinadler {orol skalný} kommt im slowakischen Karst bei Metzenseifen vor. →Báái
Star m [ʃta:r] Star {} kein speziell mantakischer Name bekannt
Stelz f -en pl [ʃtelts] Stelze {}
Stelz f -en pl [ʃtelts] Bachstelze {}
Stiglitz n -en pl Stiglitzachenk dim [ʃtiglits] Stieglitz {} Carduelis carduelis, Stieglitze wurden gern auf Leimruten gefangen.
Stinkneg Biesl n Stinknege Biesl pl [ʃtiƞknek bi:zl] Wiedehopf {dudok chochlatý} Upupa epops. Berüchtigt wegen seines Nestgeruchs und weil er gern auf den Mist geht. „Du stinkst wie ein Wiedehopf“. Heute nahezu ausgestorben
Stoachl n oder f -n pl [ʃtʊɑxl] Storch m {}

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