Dialekte der deutschen Gemeinschaft in der Slowakei
Ein Projekt von Sprechern der deutschen Mundarten in der Slowakei
Region u. Mundart -> Dialekt-Übersicht


Region Ortsname
Ortsgruppe
Angaben zum örtlichen Dialekt
Pressburg Preßburg Preßburgerisch
Neutra
Schildern
Hauerland Beneschhau
Blaufuß
Deutsch Litta
Deutsch Proben Deutsch-Probnerisch
Drexlerhau
Gaidel Gaidler
Glaserhau
Johannesberg
Krickerhau Krickerhau
Kremnitz
Kuneschhau Kuneschhau
Neuhau
Oberstuben
Sillein
Turz
Zeche
Schmiedshau Schmiedshau
Oberzips Bartfeld
Bauschendorf
Betendorf
Deutschendorf
Felka
Georgenberg
Groß Lomnitz
Groß Schlagendorf
Hollomnitz
Jakobsau
Kesmark
Kirchdrauf
Leibitz
Leutschau
Lublau
Matzdorf
Mühlenbach
Neu-Schmecks
Richwald
Rissdorf
Schawnik
Tatralomnitz
Topportz
Wernsdorf
Zipser Bela
Zipser Burg
Zipser Neudorf
Altwalddorf
Neuwalddorf
Alt-Schmecks
Nehre
Wallendorf
Hopgarten Hopgartnerisch
Smokovec
Hunsdorf
Spissky Stvrtok
Unterzips Dobschau
Göllnitz
Hentzendorf
Krompach
Schmöllnitz
Schmöllnitzer Hütte
Schwedlar
Einsiedel
Eisenbach
Hannsdorf
Jeckelsdorf
Prackendorf
Stillbach
Wagendrüssel
Bodvatal Metzenseifen Mantakisch
Unter-Metzenseifen Mantakisch
Ober-Metzenseifen Mantakisch
Stoß Mantakisch
Joos
Kaschau
Bad Stoß Mantakisch
Erläuterungen zu den örtlichen Dialekten


Zu folgenden Dialekten liegen nähere Informationen vor:
[Nr] Dialekt, Name des Orts/der Orte


[1] Deutsch-Probnerisch: Deutsch Proben
[2] Gaidler: Gaidel
[3] Hopgartnerisch: Hopgarten
[4] Krickerhau: Krickerhau
[5] Kuneschhau: Kuneschhau
[6] Mantakisch: Metzenseifen, Unter-Metzenseifen, Ober-Metzenseifen, Stoß, Bad Stoß
[7] Preßburgerisch: Preßburg
[8] Schmiedshau: Schmiedshau


Zur Geschichte des Mantakischen Dialekts
Ab ca. 1260 folgten deutsche Siedler dem Ruf von Anwerbern des ungarischen Königs Bela IV. und ließen sich in der Region Zips (slov. Spiš, ung. Szepes) nieder. Unter den Einwanderern waren viele Bergleute, Handwerker und Kaufleute. Sie kamen aus verschiedenen Regionen und brachten mit ihren Kenntnissen auch ihre Dialekte mit. Diese mischten sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer einzigartigen Mundart. Entstanden ist ein Dialekt, der noch von vielen deutschstämmigen älteren, aber nur wenigen jüngeren Einwohnern des Ortes gesprochen wird. Dazu trugen auch die Auswanderungen der deutschen Bevölkerung in den Zeiten der Wirtschaftskrisen und nach dem 2. Weltkrieg bei.
Der mantakische Dialekt wird heute nicht mehr in jeder Familie gesprochen und weitergegeben. Es ist daher eine wichtige Aufgabe, diesen Dialekt zu erhalten und in einem Dialektwörterbuch zu dokumentieren. Teile des 2013 publizierten Mantakischen Wörterbuchs werden auch auf dieser Website vorgestellt.
Das Wörterbuch der deutschen Mundart in Metzenseifen berücksichtigt insbesondere den dort gesprochenen Dialekt. Metzenseifen füher Nižný Medzev (deutsche Bezeichnung: Unter-Metzenseifen, heutiger Name Medzev), und Vyšný Medzev (Ober-Metzenseifen) liegen im südlichsten Zipfel der Zips. Über die Vergangenheit und Herkunft der Einwohner von Unter- und Ober-Metzenseifen sind leider keine genauen Aufzeichnungen bzw. Urkunden aufbewahrt geblieben. Die älteste Urkunde, die Metzenseifen erwähnt, stammt aus dem Jahre 1359. Danach fand die Ansiedlung der ersten Umsiedler längst des Baches Pivrenk (Pivering) statt, der das Dörfl genannte Gebiet durchfließt. Die Siedler wurden als Saxonas (Sachsen) bezeichnet.
Neben historischen Dokumenten lässt der mantakische Dialekt vermuten, dass auch Zuwanderer aus anderen deutschen Regionen, wie Thüringen, Bayern und der Rhein/Main-Gegend, die Sprache im Ort über die Jahrhunderte beeinflussten. Die eigenartige 'mantakische' Mundart wird nicht nur in diesen beiden Orten, sondern (mit kleinen regionalen Unterschieden) auch in anderen Orten der Unterzips, die früher mehrheitlich von Deutschen bewohnt wurden, gesprochen. Diese werden wegen ihrer Mundart auch Mantaken genannt. Es sei darauf hingewiesen, dass die mit dem Begriff 'mantakisch' verbundene regionale Abgrenzung umstritten ist. Nach Analysen von Sprachforschern und dem Verständnis der Dialektsprecher bezieht sie sich auf die gesamte Unterzips. Dabei existieren lokale Unterschiede, die sogar in Straßenzügen, z.B. in Metzenseifen zwischen dem Grund und der Stoßergasse, festgestellt wurden.


Was bedeutet 'Mantakisch'?
Die Herkunft des Wortes ist umstritten, historische Quellen und Überlieferungen widersprechen sich.
Am wahrscheinlichsten wird das Entstehen des Begriffes aus der Frage "Bo:s ma:nt-a" (was meint er?) zu sein. Beim Handel auf den ungarischen Märkten mussten die vom Hammergeräusch oft schwerhörigen Metzenseifner Schmiede nachfragen. Die Ungarn nannten dann diese Fragesteller einfach Mantaken. Möglich ist auch das Entstehen des Wortes aus dem Ungarischen "mit mondtak" (was haben Sie gesagt?) oder aus dem lateinischen Wort "montana" (Gebirge).

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