Ein Dialekt umfasst nicht den gesamten Wortschatz einer Sprache, mehrheitlich sind es die in der Umgangssprache verwendten Worte. Dazu kommen regional verwendete Worte, insbesondere das lokale Handwerk und die Natur betreffend.
Für die Auswahl der im Dialekt zu erfasenden Worte wurden die Arbeiten von J. Valiska (1967) und G. Müllerová (1972) ausgewertet und an die sprachliche Entwicklung angepasst.
Dieser Wortschatz kann an regionale Besonderheiten angepasst, d.h. für jede untersuchte Region erweitert werden.
Die Übersicht zu den ausgewählten Worten, die Auswahl- und die Ergänzungsmöglichkeiten sind unter dem Menüpunkt Dialekterfassung -> Dialektaufzeichnung zu finden.
Eingetragen sind dort aktuell 3363 Worte. Es wurden bislang 421 Aufnahmen von Worten im Dialekt eingetragen und liegen als Tondatei vor. Diese stammen von 225 unterschiedlichen Worten, die in einem der regionalen Dialekte aufgezeichnet wurden.
Ablauf
Die Grundideen des Projektes sind das einfache Erfassen der Dialekte, das unkomplizierte Übergeben der Tonaufnahmen an die Datenbank und eine intuitiv verständliche Benutzeroberfläche für die Erfasser der Dialekte und die Nutzer der Daten.
Im ersten Schritt sollte eine Vorauswahl der aufzunehmenden Worte erfolgen. Die Wortliste ist im Menüpunkt 'Dialekt aufzeichnen' zu finden und kann dort auch erweitert werden (Option 'Neues Wort eingeben').
Die mit der Aufnahme eines Wortes entstehende Datei (meist vom Typ .mp3, aber auch jeder andere Typ wird akzeptiert) kann einen beliebigen Namen haben.
Beim Hochladen (Upload) der Datei wird sie dem gewählten deutschen Wort und regionalen Dialekt eindeutig zugeordnet.
Auch weitere, ggf. bessere Aufnahmen oder die eines anderen Dialektsprechers oder einer anderen Dialektsprecherin sind möglich.
Sollte über das Aufnahmegerät kein Zugang zum Internet bestehen und der direkte Upload der Datei über den Browser nicht möglich sein, sind die Tondateien auf einen solchen Computer zu übertragen und von dort über die Seite 'Dialekt aufzeichnen' hochzuladen.
Die Resultate sollten in den Ortsgruppen angehört und bezüglich der Korrektheit diskutiert werden.
Mitmachen/Konto beantragen
Um Tondateien zu übermitteln, ist ein Konto erforderlich.
Hier kann man es beantragen.
Zum Erfassen der Dialekte sind alle Mitglieder des Karpatendeutschen Vereins und der Karpatendeutschen Jugend sowie alle am deutschen Dialekt interesierten Slowaken oder Ausgewanderte angesprochen.
Wer selbst den Dialekt gut spricht, ist aufgefordert, Worte auszuwählen und mit einem geeigneten Programm auf seinem Computer oder einer Tonaufzeichnungs-App des Smartphones die Aufnahmen durchzuführen.
Ansonsten sollte es immer noch Personen in der Verwandtschaft geben, von den der Dialekt gesprochen wird und die man um Mitarbeit bitten kann.
Als Ziel wird angestrebt, in allen Sprachregionen Dialekte zu erfassen und dort, wo in einer Region unterschiedliche Dialekte gesprochen werden, z.B. in der Ober- und Unterzips, auch diese einzubeziehen.
Transkription
Um einen Dialekt zu beschreiben, muss eine genaue phonetische Transkription erfolgen. Eine Grundregel ist, dass jedem Laut ein eigenes Zeichen und jedem Zeichen ein unverwechselbarer Laut zuzuordnen ist.
Es existieren eine Reihe von Transkriptions- systemen, die bekanntesten sind IPA (Internationales Phonetisches Alphabet, seit 1888) und das für deutsche Dialekte entwickelte Teuthonista (seit 1924). Teutonista wird zunehmend durch IPA ersetzt, da dieses international genormt und auch für die deutschen Dialekte einsetzbar ist.
Ein genereller Verzicht auf genaue phonetische Transkription ist nur dann akzeptabel, wenn es um einfache Darstellungen geht, wie etwa ein mundartliches Gedicht in einer Zeitung.
Dichtung in Zipser Mundart
Als Begründer der Mundartdichtung in der Zips wird Ernst Lindner (1826-1902) angesehen. Lindner wurde mit seiner 1854 veröffentlichten Ballade Der Karfonnkelstäin (Der Karfunkelstein) und den nachfolgenden mundartlichen Gedichten, Liedern und Erzählungen zu einem der beliebtesten Schriftsteller der Zips seiner Zeit. Darüber hinaus erwarb er auch bei den Sprachwissenschaftlern Österreich-Ungarns hohe Anerkennung für die gute Wiedergabe des Zipser Dialekts um die Städte Käsmark und Leutschau.
Neben Lindner sind weitere Mundartdichter zu nennen, die sich Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts einen Namen machten, wie etwa Rudolf Weber (1843-1915) aus Deutschendorf (Poprad), der Metzenseifner Peter Gallus (1868-1927) und Franz Ratzenberger (1863-1930) aus Schwedler (Švedlár). Gallus schrieb seine Texte im mantakischen Dialekt, ebenso wie Ratzenberger. Dessens Gedichte sind u.a. im Wochenblatt Karpathen Post erschienen.
Eine Sammlung von Erzählungen und Gedichten in Zipser Mundart wurde 1912 von Emerich Kövi herausgegeben.
Schritte zur Lautschrift
Lindner selbst war es, der die Unzulänglichkeiten erkannte, die beim Verwenden der Zeichen der deutschen Schrift für einen mundartlichen Text entstanden. Er arbeitete an einer Lösung, die er als “Vorläufiger Entwurf eines Schriftsystems zur Bezeichnung der Laute der Zipser und Gründner Mundarten” bezeichnete. Leider schaffte er es nicht, diese Arbeit abzuschließen. Sie befindet sich mit Lindners wissenschaftlichem Nachlass in der Bibliothek der ungarischen Wissenschaften in Budapest.
In seinem Buch Fliegende Blätter in Zipser Mundart beschreibt er die von ihm verwendeten Zeichen folgendermaßen:
"e ist das stumme,
ë das geschlossene,
è und ä das offene e,
äi und äu offenes e mit nachstürzendem i und u,
ſh (= frz. j) das weiche ſch,
ſ weich,
s scharf,
Laut-Dehnung ist durch Buchstaben-Doppelung
bezeichnet."
Ratzenberger, der wie Gallus weitgehend die Zeichen des deutschen und ungarischen Alphabets verwendet, gibt zu seinem Gedicht En Frihling folgenden Hinweis:
"Diese Strophen sind in der 'gründler' Mundart geschrieben; bemerkt sei noch:
é wird wie das ungarische é, doch kurz ausgesprochen, ó wie das ungarische ó."